
Eleonore ist die Geschichte einer unmöglichen Liebe einer Schülerin zu einem wenig erfolgreichen Schauspieler, der manchmal zu menschlich, manchmal nicht menschlich genug ist. Dieses junge unschuldige Mädchen ist nicht naiv, es beobachtet die heuchlerische Welt der Erwachsenen und findet die Pailletten, diese Masken, hinter der sich jeder versteckt, unerträglich. Ihre Mutter, eine schöne und reiche Frau, verführt jeden Mann und macht sich einen Spaß daraus, den Schauspieler zu verführen. Das junge Mädchen mag diese Frau, die ihre Mutter ist, nicht, diese Frau, die ihr alles gibt außer Liebe und Zuneigung. Fast jeden Abend wiederholt sich die Szene. Der Schauspieler versteht nicht, warum sie ihn liebt, und versucht, sich nicht von ihrer Mutter verführen zu lassen.
In einem Stil, der dem von Obsession Blanche ähnlich, aber genauso stark wie bei ihren anderen Werken ist, hat Valérie mit diesem Buch ein Meisterwerk geschrieben, eine Symphonie aus Verzweiflung und Liebe. Dieses Werk wurde erst nach ihrem Tod veröffentlicht.
Hier jetzt die Zusammenfassung, die sich auf der Rückseite des Buches befindet:
Valérie Valère hat ein Meisterwerk voller Präzision und voller Verzweiflung über die unmögliche Liebe einer kleinen Schülerin zu einem Theaterschauspieler, der ein bisschen zu schön, ein bisschen zu menschlich ist, geschrieben. In diesem noch nicht veröffentlichen Roman wird Eleonore zwischen der Schule und der übermächtigen Mutter, zwischen der Welt der Schauspieler und der der Lehrer hin und hergerissen und endet in einer Tragödie, deren Heldin gleichzeitig Opfer und Täter ist. Eine Tragödie, die mit Grausamkeit und Humor erzählt wird, und deren Heldin jede Schülerin dieser Welt sein könnte.
Die Faszination des Unabwendbaren, der Verlassenheit und des Todes, diese Themen beherrschen dieses Werk Va1erie Valères und erinnern uns an das Schicksal dieser überragenden Autorin, die heute 41 Jahre alt wäre und die im Alter von 21 Jahren im Dezember 1982 gestorben ist, nach einem „Leben“, das einem Kreuzweg gleicht ‑ Magersucht, Klinikeinweisung, Einsamkeit, Depressionen und Drogen ‑, und nach 5 Jahren zwanghaften Schreibens von Tausenden von mit der Schreibmaschine beschrifteten Seiten, von Le pavillon des enfants fous, das Werk, das sie über Nacht berühmt machte, bis zu Obsession Blanche, der Roman, der als letzter zu ihren Lebzeiten veröffentlicht wurde“.
Und hier ein Auszug aus dem Buch:
„Schauspieler zu sein... Kulissen und Logen, extravagante Kostüme und düstere Szenen, Pantomimenschminke, Make‑up und Pailletten ... Wo ist das Gesicht? Unter dieser weißen Farbe, unter dieser roten Farbe, unter diesem Glanz? Dann, diese durchdringenden Augen, gespalten wie Regentropfen, diese Art von Tränen, sind das deine? Und diese anderen Augen, auf die Bühne gerichtet, dieser junge Blick, die der Welt gehören wollen, dem Fluss der Welt, und die nicht reserviert sind für die Scheinpersonen, die Stimmen, die unendlichen Verkleidungen. Ines vermittelt das Gefühl, verloren zu haben, ohne wirklich gespielt zu haben. Sie stellt sich vor, dass sie auf dem etwas rauem, etwas im Rücken pieksenden Theaterstuhl sitzt, wie eine erwachsenen Ines, mit ihrer Erwachsenenkleidung und einer Handtasche, eine etwas betrunkene Ines, etwas betrunken vor Traurigkeit‑„
Seite 72
(Buch ist nicht in deutscher Sprache erhältlich)