Guy Jore, der Regisseur, suchte seit Monaten ein Mädchen, das die Rolle der Pierrette spielen sollte. Er sah Valérie in der Zirkusschule.
Er suchte sie auf und erzählte ihr die Geschichte von Pierrette. Valérie hörte zu, stumm, wie immer. Nach einem Vorsprechtermin engagierte er sie.

Sie fuhr für die Dreharbeiten mit dem ganzen Team ins Zentralmassiv. Valérie war distanziert, ungesellig. Zurückgezogen in sich selbst war sie ein
Rätsel für alle, die sie umgaben. Sie ertrug nur schwer das Klima bei den Dreharbeiten.

Die Welt des Films ist eine Welt der Missgunst, der Heuchelei. Es ist ein schwieriges Milieu und man muss über die Spötteleien
und Eifersüchteleien hinwegsehen. Jedoch Guy Jore war zufrieden mit ihrer Arbeit.

Valérie spielte noch in anderen Filmen mit, insbesondere mit Jean Moreau in „Lulu“.

 

Pierrette Erzählung von H.Balzac

 

Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen namens Pierrette, das relativ unbeschwert

aufwächst und die nachdem ihre Eltern nicht mehr leben und ihre Großeltern zu alt sind,

an eine Familie Namens Rogron aus der Stadt Provins anvertraut wird.

 

Die Familie Rogron, die früher in Paris ein Geschäft für Kurzwaren...betrieben, hatten sich zur
Ruhe gesetzt und sind nach der Auflösung des Geschäfts nach Provins gezogen.

Mit dem erwirtschafteten Vermögen ließen sie sich dort ein Haus ausbauen und herrichten,

welches representativ und luxeriös sein sollte. Die Rogrons ersuchten damit Anerkennung

zu gewinnen und versuchten sich bei der feineren Gesellschaft eine gute Position zu sichern

,was ihnen allerdings nicht gelang. Sie sehnten sich nach Macht und Einfluss.

 

Als Pierrette zu den Rogrons gekommen ist, hatte Pierrette nichts außer ihre Kleidung am

Leib dabei. Sie besaß kein Vermögen, so daß die anfallenden Unkosten für Kleidung, Essen

und sonstige Kosten von der Familie Rogron getragen werden mussten. Das frustete die

schon zu Lebzeiten zu günstig wirtschaftende angetragene Familie Rogron.

Noch mehr aber ärgerten sich die Rogrons darüber, daß Pierette mit ihrer unbeschwerten

glücklichen Art besser von der feineren Gesellschaft angenommen wird in der Stadt Provins, wie die Rogrons selbst.

 

Die Rogrons wollten, daß Pierrette was lernte und stellten einen Lehrer ein, der ihr das

Lesen und Schreiben lehrte. Für die Rogrons war Pierrette ein ungezogenes Wesen.

Pierrette wurden auch mehr und mehr Aufgaben im Haus anvertraut, die sie jedoch

ohne Dank und freundliche Worte verrichten musste.

Im Gegenteil sie belehrten Pierrette noch und scholten sie, was sie sehr verletzte.

Dann entlies man die Haushälterin. Pierrette konnte ja ihre Arbeiten übernehmen.

Pierrette machte diese Arbeit ohne sich zu beschweren, aber diese Demütigungen

und Gefühlskälte machten sie krank. Hauptsächlich ihre Cousine Sylvie machte

Pierrette das Leben schwer. Oft weinte Pierrette, was die anderen ihr verübelten, so

daß sie es nur noch heimlich tat.

Pierrette hatte einen Freund, mit dem sie als Kind viel gespielt hat. Er hieß Brigaut und

liebte Pierrette sehr. Er hatte eine Tischlerlehre in Paris gemacht und wollte in Pierrettes

Nähe sein, was ihn veranlasste, Paris zu verlassen und nach Provins zu ziehen. Er wohnte

nicht weit vom Haus der Rogrons weg und Pierette und Brigaut trafen sich und schrieben

sich heimlich Briefe.

Brigaut wusste davon das es Pierrette in dem Haus nicht gut ging und sorgte sich um

Pierrette.

Eines Tages verletzte sich Pierrette schwer an einer Tür, wobei sie sich sehr wehtat.

Niemand interessierte das, es folgten noch gemeine Komentare, das es ihr recht geschah...

Pierrette ging es gesundheitlich immer schlechter. Den einzigen Halt fand sie durch ihren

Freund. Die Haushälterin, die früher da war und der Pierrette etwas vertraute, war ja nicht mehr da.

Brigaut traf sich fast jede Nacht um Mitternacht an ihrem Fenster um mit ihr Briefe auszu-

tauschen.

Eines Nachts bemerkte Sylvie eines dieser Treffen und stellte am nächsten Tag Pierrette zur

Rede. Pierrette wollte die Sache nicht zugeben und bestritt das, dann schwieg sie dazu, was

Sylvie wütend machte, weil sie es wusste, aber Pierrette es nicht zugeben wollte. Sylvie

lies es dabei nicht beruhen und hoffte Pierrette irgendwann doch mal dabei zu erwischen.

 

Brigaut machte sich Sorgen um Pierrette und schrieb einen Brief an Pierrettes Großeltern,

in dem er von Pierrettes Zustands berichtete und ihrem Leben, was er durch Pierrettes Briefe

wusste. Von Pierrettes Großeltern, lebte nur noch die Großmutter, die, als sie den Brief  las, so
betroffen war, daß sie sich sofort auf dem Weg machte zu Brigaut und Pierrette.

Zwei Tage zufuhr bekam die Großmutter eine größere Summe Geld, die sie mit nach Provins

nahm.

Noch in der selben Nacht beobachtete Sylvie das Geschehen vorm Haus, am Fenster von

Pierrette und erwischte dabei Pierrette, wie sie gerade einen Brief von Brigaut bekam.

Es kam zum Streit. Pierrette weigerte sich Sylvie den Brief auszuhändigen und Sylvie war

nun jedes Mittel recht an den Brief ranzukommen. Sie schlug solange mit Pierrettes Hand

auf das Fensterbrett ein, daß deren Hand blutete. Pierrette schrie vor Schmerz und Verzweiflung.
Durch den Lärm wachten auch andere Personen auf.

Die Großmutter Pierrettes und Brigaut hörten es auch und eilten herbei und verschafften

sich Einlass zu dem Hause Rogrons und brachten Pierrette aus dem Haus zur Bleibe Brigauts.

Sie riefen einen Arzt, der sich die Verletzungen Pierrettes anschauen sollte. Brigaut und die

Großmutter Pierrettes waren entsetzt über Pierrettes Zustand. Brigaut fuhr noch am kommenden
Tag nach Paris um einen bekannten Arzt zu holen. Dieser stellte einen

schlechten Gesundheitszustand bei Pierrette fest. Nun kümmerten sich die Ärzte, Bigaut

und die Großmutter um Pierrette . Pierrette erzählte langsam, wie es ihr bei den Rogrons

in der Vergangenheit ergangen ist. Man wollte die Rogrons verklagen und ihnen den Prozess machen.

Die Rogrons fühlten sich erst mal gar nicht so schuldig, aber die Last der Beweise und

einige Zeugen, ließen es nicht zu, das sie ungeschoren davon kämen. Ein alter Freund

Rogrons, der Anwalt war wollte unter bestimmten Bedingungen die Rogrons vertreten.

Die Rogrons wollten ernsthaft Brigaut und die Großmutter Pierrettes wegen Entführung

Verklagen, schließlich waren sie ja der gesetzliche Vormund.

Beim Prozess hatten die Familie Rogrons keine Chance, Sylvie musste gestehen, was

sie Pierrette angetan hat und das es hauptsächlich aus Eifersucht geschah. Vinet, der

Anwalt der Rogrons sprach dabei noch von Pierrette, als wäre sie selbst schuld an dieser

Miesere.

Pierrettes Gesundheitszustand besserte sich jedoch nicht, obwohl sie umsorgt wurde.

Einige Ärzte und Chirurgen kamen, jedoch mussten sie feststellen, das Pierrette nicht mehr

zu helfen war. Pierrette wusste das es zu Ende ging, obwohl sie froh war, jetzt wieder in

den richtigen Händen zu sein.

Pierrette starb, Brigaut ihr Freund der gelernter Schreiner war, zimmerte ihren Sarg.
Viele Leute kamen zu Pierrettes Beerdigung, halb Provins war dabei. Außer die Rogrons,
sie wagten es nicht. Brigaut verließ daraufhin Provins und ging nach Paris zurück um dort zum Millitär
zu gehen. Pierrettes Großmutter starb auch kurze Zeit später.

Der Anwalt der Rogrons kämpfte dafür, das Sylvie und die Familie relativ unbescholten

aus der Sache rauskamen. Die Rogrons lebten noch weiter in Provins, bis an ihr Ende.